Der Fall “Le Pen” – ein längst überfälliges Signal gegen Korruption in der Politik!
Marine Le Pen darf in den nächsten fünf Jahren nicht bei Wahlen antreten. Zusätzlich wurde sie zu einer Freiheits- und Geldstrafe verurteilt. Ein überraschendes Urteil? Vielleicht. Ein notwendiges? Definitiv. Politiker sind die Stimme des Volkes 🗣️. Mit ihrem Amt tragen sie Verantwortung – und erhalten Macht. Dieses Privileg zu missbrauchen, ist nicht nur dreist, sondern untergräbt das Vertrauen in unsere Demokratie 🏛️. Über Jahre hinweg EU-Gelder zu veruntreuen, um der eigenen Partei Vorteile zu verschaffen, gehört genau in diese Kategorie. Viele mögen die Härte des Urteils kritisch sehen. Doch genau solche Konsequenzen braucht es, um ein klares Signal zu setzen: Korruption darf nicht geduldet werden 💸❌. Politiker stehen nicht über den Bürgern – wenn sie es doch tun, wird Politik nicht mehr im Interesse der Menschen gemacht, sondern nur noch für die Privilegierten. Was denkt ihr? Ist dieses Urteil gerechtfertigt? 🤔💬 © Karikatur: Klaus Stuttmann
Außenposten – Blick auf Deutschland | Der Landtag im Gespräch mit Auslandskorrespondenten
München – Deutschland galt lange als wirtschaftliches und politisches Zugpferd Europas. Doch wie steht es heute um das Land? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Außenposten – Blick auf Deutschland | Der Landtag im Gespräch mit Auslandskorrespondenten“, die von Anna Clauß, der Leiterin des Ressorts Meinung und Debatte beim SPIEGEL, moderiert wurde. Vier erfahrene Auslandskorrespondenten berichteten über ihre Wahrnehmungen: USA: Kritik an der Schuldenbremse und fehlenden Investitionen Der US-amerikanische Journalist Erik Kirschbaum kritisierte die deutsche Schuldenbremse als „schrecklich“ und machte sie für das geringe Wirtschaftswachstum verantwortlich. Tatsächlich ist Deutschland eines der wenigen Länder, das trotz wirtschaftlicher Herausforderungen an einer strikten Begrenzung der Staatsausgaben festhält. In den USA hingegen setzt man auf groß angelegte Investitionsprogramme, wie zuletzt Bidens Inflation Reduction Act, der Milliarden in grüne Technologien, Infrastruktur und Halbleiterproduktion lenkt. Deutschland hingegen investiert vergleichsweise wenig in Infrastruktur, was sich etwa in maroden Straßen und einem veralteten Schienennetz zeigt. Diese Kritik teilt auch die österreichische Journalistin Birgit Baumann. Sie sieht zwar Chancen durch das deutsche Schuldenpaket, doch gibt es in Österreich Bedenken, dass Bürokratie die Umsetzung blockieren könnte. Hier wird ein strukturelles Problem deutlich: Während Deutschland sich finanziell zurückhält, setzt Österreich stärker auf Investitionen – auch mit Blick auf Aufträge für die heimische Bauwirtschaft. Ein weiteres Thema, das Kirschbaum ansprach, war das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Dieses Gesetz, das den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland massiv gefördert hat, war laut ihm ein globaler Gamechanger. Dank des EEGs seien die Kosten für Photovoltaik weltweit gesunken. Allerdings profitieren davon vor allem chinesische Hersteller, die den Markt dominieren. Dennoch bleiben deutsche Unternehmen in der Produktion von Maschinen für Solarfabriken führend. Hier zeigt sich eine interessante Parallele zur französischen Perspektive: Während Frankreich weiterhin auf Atomkraft als Grundpfeiler seiner Energiepolitik setzt, hat Deutschland den Ausstieg vollzogen. Die französische Journalistin Hélène Kohl fragte sich daher, ob Deutschland langfristig nicht doch zur Atomenergie zurückkehren wird. Schließlich haben viele andere Länder ihre Atomprogramme ausgebaut, während Deutschland verstärkt auf teure Gasimporte angewiesen war. Polens Perspektive: Deutschland als digitales Schlusslicht Tomasz Lejman, Korrespondent für Polsat News, zeichnete ein düsteres Bild der deutschen Digitalpolitik. Er verglich die Digitalisierung in Polen und Deutschland und kam zu dem Fazit: Deutschland ist 20 Jahre zurück. Während in Polen nahezu alle Behördengänge digital abgewickelt werden können, ist Deutschland noch immer stark auf Papierdokumente und Präsenztermine angewiesen. Die Einführung eines Digitalministeriums, wie es CDU-Chef Friedrich Merz vorschlägt, hält Lejman daher für überfällig. Diese Kritik ist nicht neu: Deutschland belegt im EU-Digitalisierungsindex regelmäßig hintere Plätze. Selbst Österreich, das mit Deutschland eng verbunden ist, hat hier deutlich mehr Fortschritte gemacht. Die Konsequenzen dieser digitalen Rückständigkeit sind gravierend – für Unternehmen, Bürger und den Wirtschaftsstandort insgesamt. Lejman sprach auch über die deutsche Verteidigungspolitik. Polen fordert seit Jahren, dass Deutschland mehr in die Bundeswehr investiert, insbesondere angesichts der Bedrohung durch Russland. Während Polen massiv aufrüstet und neue Waffensysteme anschafft, wurde die Bundeswehr über Jahre hinweg vernachlässigt. Zwar gibt es inzwischen das 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen, doch viele Experten befürchten, dass es nicht effizient genutzt wird. Hier zeigt sich ein Widerspruch zur US-Perspektive: Während aus den USA die Forderung kommt, Deutschland müsse eine größere geopolitische Führungsrolle übernehmen, zeigt sich in Europa Skepsis. Gerade in Frankreich ist das Misstrauen groß – nicht zuletzt, weil die CDU unter Friedrich Merz als mögliche Regierungspartei als unkalkulierbar gilt. Merz hat nie regiert, und seine wirtschaftspolitischen Vorstellungen sind in Paris mit Unsicherheit verbunden. Österreich: Deutschland nicht mehr Garant für Stabilität Für Österreich ist Deutschland der wichtigste Handelspartner, doch laut Birgit Baumann wächst die Unsicherheit. Deutschland galt lange als Stabilitätsanker Europas, doch dieser Ruf beginnt zu bröckeln. Besonders für die Bauindustrie in Österreich könnte jedoch das neue deutsche Schuldenpaket positive Effekte haben – vorausgesetzt, es wird tatsächlich genutzt. Ein weiteres Thema war Robert Habeck, der in Österreich als prägende Figur im Klimaschutz wahrgenommen wird. Doch sein Einfluss schwindet, da die Grünen in Deutschland an Rückhalt verlieren. Diese Entwicklung sehen viele in Österreich mit Sorge, da ein wirtschaftlich starkes Deutschland auch für die eigene Stabilität essenziell ist. Frankreich: Energiepolitik, Militär und europäische Zusammenarbeit Hélène Kohl wies auf die tiefe Kluft zwischen Frankreich und Deutschland in der Energiepolitik hin. Während Frankreich stark auf Atomkraft setzt, hat Deutschland diese abgeschafft. Das führt nicht nur zu höheren Energiepreisen, sondern auch zu Abhängigkeiten von Importen, die Frankreich in dieser Form nicht hat. Auch in der militärischen Zusammenarbeit gibt es Spannungen. Während Deutschland noch überlegt, ob es die Wehrpflicht wieder einführt, stellt sich in Frankreich eine andere Frage: Sollen französische Soldaten für die Ukraine kämpfen? Frankreich hat eine lange Tradition der militärischen Eigenständigkeit und eine andere Wahrnehmung von geopolitischer Sicherheit als Deutschland. Zusätzlich stellte Kohl die Frage, was passiert, wenn Marine Le Pen 2027 Präsidentin wird. Sollte das der Fall sein, könnten militärische Abkommen mit Deutschland aufgekündigt werden, was einen tiefen Bruch zwischen beiden Ländern bedeuten würde. Fazit: Ein Land im Umbruch Die Diskussion zeigte, dass Deutschland im Ausland nicht mehr als unangefochtener Stabilitätsanker gilt. Während es in der Vergangenheit oft als Vorbild in Wirtschaft, Infrastruktur und Politik gesehen wurde, gibt es heute große Zweifel: • Wirtschaftlich steht Deutschland durch die Schuldenbremse und Investitionszurückhaltung unter Druck. • Digitalisierung bleibt ein massives Problem, das auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. • Energie- und Verteidigungspolitik sind umstritten, sowohl innerhalb Europas als auch in transatlantischen Beziehungen. • Politische Unsicherheiten – sowohl in Deutschland als auch bei Partnerländern wie Frankreich oder Polen – erschweren die Zukunftsplanung.
Valentinstag Aktion an Landsberger Berufsschulen: Rosen, Romantik und Aufklärung
Blumen und Kondome: Eine Valentinstagsaktion mit wichtiger Botschaft. Liebe liegt in der Luft, doch in diesem Jahr ging die Valentinstag Aktion der Schülervertretung (SMV) der Beruflichen Schulen Landsberg am Lech über romantische Gesten hinaus. Neben den traditionellen Rosen, die Schülerinnen und Schüler an Freunde oder ihre Liebsten verschicken konnten, bot die SMV erstmals eine besondere Ergänzung an: eine Rose samt Kondom. Die Aktion sollte nicht nur Freude bereiten, sondern auch ein wichtiges gesellschaftliches Thema in den Mittelpunkt rücken – die Bedeutung von Verhütung und Aufklärung. Hintergrund dieser ungewöhnlichen Initiative ist ein alarmierender Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem August 2024. Dieser zeigt, dass die Nutzung von Kondomen bei Jugendlichen stagniert – ein Trend, den die SMV nicht ignorieren wollte. „Die Idee mit den Kondomen entstand bereits am Anfang des Schuljahres. Was eigentlich als Witz gedacht war hat sich als eine ziemlich coole und sinnvolle Ergänzung entpuppt“, erklärt Federico Ciullo, Schülersprecher der FOS Landsberg. Möglich wurde die Aktion durch die Zusammenarbeit mit der Frauenarztpraxis „Gyn4You – Praxis für Frauen“ in Landsberg, die die Kondome zur Verfügung stellte. Ergänzend stellte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kostenfreies Informationsmaterial bereit. Die SMV setzte auf eine breite Kampagne. So erhielten die beschenkten Schülerinnen und Schüler zusätzlich ein kreatives Daumenkino, das anschaulich den korrekten Gebrauch eines Kondoms erklärte. In den Klassen wurden Infomaterialien zur Verfügung gestellt und im gesamten Schulgebäude hängen Plakate die auf verständliche Weise über Verhütung aufklären und dazu aufrufen. Dieser Artikel wurde nicht redaktionell bearbeitet. https://www.augsburger-allgemeine.de/landsberg/landsberg-valentinstag-aktion-an-landsberger-berufsschulen-rosen-romantik-und-aufklaerung-106024657
Nikolausaktion an den Beruflichen Schulen Landsberg am Lech
Die Schülermitverantwortung sorgt im Landkreis für vorweihnachtliche Stimmung. Eine Nikolausaktion verbreitete letzten Freitag vorweihnachtliche Freude an den Beruflichen Schulen Landsberg am Lech. Im Rahmen dieser Tradition besuchte der Nikolaus, begleitet von Knecht Ruprecht und einem himmlischen Gefolge, die einzelnen Klassen der Beruflichen Schulen und sorgte für besinnliche und humorvolle Momente. Organisiert wurde die Aktion von der Schülermitverantwortung (SMV), die mit viel Einsatz den Geist der Adventszeit an die Schule brachte. Federico Ciullo, Schülersprecher der Fachoberschule, zieht eine positive Bilanz: „Das Schönste an dieser Aktion sind die vielen lächelnden Gesichter, die uns hinter jeder Tür erwartet haben. Für uns bestätigt das gute Miteinander genau das, was wir an der BSL leben: Zusammenhalt, Wertschätzung, Respekt, Toleranz, Akzeptanz und Vielfalt.“ In prächtiger Nikolausrobe und mit Bischofsstab richtete der Nikolaus persönliche Worte an die Schülerinnen und Schüler. Mit kräftiger Unterstützung von seinen Engeln und Knecht Ruprecht verteilte er Schokoladen-Nikoläuse an die Schulgemeinschaft. Vorab konnten die Schüler und Lehrkräfte die Nikoläuse an Freunde und Bekannte mit einer persönlichen Nachricht adressieren. Diese Aktion entstand schulübergreifend in Zusammenarbeit mit der Johann-Winklhofer-Realschule (JWR), dem Dominikus-Zimmermann-Gymnasium (DZG) und dem Ignaz-Kögler-Gymnasium (IKG). Der Schülersprecher der Berufsoberschule, Paul Reißmüller, ergänzt: „Es erstaunt mich immer wieder aufs Neue, wie offenherzig und nahbar sowohl Schülerschaft als auch Lehrkräfte sind. Insbesondere gilt mein herzlicher Dank an meine Mit-Schülersprecher und die Mitglieder der Erweiterten SMV.“ Dieser Artikel wurde nicht redaktionell bearbeitet. https://www.augsburger-allgemeine.de/landsberg/landsberg-nikolausaktion-an-den-beruflichen-schulen-landsberg-am-lech-104057020
Schülervertreter fordern mehr politische Bildung
Sie wollen endlich mehr Einfluss auf die eigene Bildung: Etwa 280 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland haben bei einem Kongress in Berlin Forderungen für eine bessere Bildungspolitik ausgearbeitet. Von Lukas Haas, RBB “Aktuell haben wir kein WLAN, keine Lehrkräfte, die damit umgehen können, aber in jedem Raum Overhead-Projektoren, die älter sind als ich”, sagt Joel Albrecht. Er ist 19 Jahre alt und Teil des Bundessekretariats der Bundesschülerkonferenz. Er ist einer der Schülervertreter, die heute Forderungen von Schülerinnen und Schüler an die Politik gerichtet haben. Die Forderungen sind das Ergebnis eines dreitägigen Bildungskongresses, der am Wochenende in Berlin stattfand. Etwa 280 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland diskutierten und arbeiteten Vorschläge aus, wie Schule für sie ein besserer Ort sein könnte. Ziel des Kongresses war es, die Schülerschaft in Deutschland endlich stärker an der Bildungspolitik zu beteiligen. Konsequentes Vorgehen gegen Lehrkräftemangel “Gute Bildung kann man nur gemeinsam mit der Schülerschaft machen”, sagte die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, Wiebke Maibaum, bei der heutigen Pressekonferenz. Wie die Lehrerverbände forderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bildungskongresses ein konsequenteres Vorgehen gegen den Lehrkräftemangel. Qualitativ hochwertiger Unterricht brauche genügend Lehrkräfte. “Die Bundesländer sollten nicht in diesem ohnehin schon umkämpften Markt noch gegenseitig konkurrieren, sondern gemeinsam als eine Einheit an pragmatischen Lösungen arbeiten”, sagte Maibaum. Neben kurzfristigen Übergangsmaßnahmen solle der Beruf der Lehrkraft generell attraktiver gestaltet und von bürokratischen Aufgaben befreit werden. Das sei der effektivste und nachhaltigste Weg, um den Lehrkräftemangel anzugehen, so Maibaum. Bürokratisches Versagen Scharfe Kritik übten die Schülervertreterinnen und -vertreter an den Digitalisierungsbemühungen an deutschen Schulen. Obwohl sich alle Parteien für eine schnellere Digitalisierung aussprächen, könnten die Schüler keinen Fortschritt feststellen. Bislang seien nur 30 Prozent der Mittel aus dem ersten Digitalpakt abgerufen worden. Das sei ein Zeichen für bürokratisches Versagen, so die Schülervertreter. Administrative Hürden müssten abgebaut werden, damit es schneller gehe. Außerdem brauche es mehr pädagogische Konzepte, um die Digitalisierung der Schulen zu begleiten. Die Bundesschülerkonferenz mahnte zudem zu mehr politischer Bildungsarbeit an den Schulen. Hakenkreuze auf den Tischen, unangebrachte Witze und das Verwenden von rechtsextremen Symbolen seien bundesweit ein Problem, sagte Nedjmije Bajrami, Innenkoordinatorin der Bundesschülerkonferenz. “Die politische Aufklärungsarbeit ist momentan so notwendig wie lange nicht mehr. Steigender Rechtsextremismus ist an Schulen deutlich sichtbar”, sagte die 19-Jährige. Dem zunehmenden Antisemitismus an Schulen müsse ebenfalls mit Aufklärungsarbeit begegnet werden. Politikerinnen haben abgesagt Auch mehr Chancengerechtigkeit und Inklusion im Bildungssystem und ein stärkerer Fokus auf die mentale Gesundheit der Lernenden, etwa indem man mehr Schulpsychologen einstellt, gehörten zu den Forderungen der Schülervertreterinnen und -vertreter. Adressat ihrer Forderungen waren die Kultusministerkonferenz und das Bundesministerium für Bildung. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Katharina Günther-Wünsch, hatte am Samstag an einer Podiumsdiskussion des Bildungskongresses teilgenommen, war aber bei der heutigen Übergabe der Forderungen nicht anwesend. Auch Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger sagte ihre Teilnahme an der Pressekonferenz kurzfristig wegen eines verspäteten Fluges ab. Die Schülervertreterinnen und -vertreter zeigten sich enttäuscht darüber, dass die Bildungspolitikerinnen nicht gekommen sind. “Wir erwarten, dass man sich inhaltlich mit uns auseinandersetzt”, sagte Bajrami. Fast 300 Schülerinnen hätten die Forderungen gemeinsam ausgearbeitet. Das solle man sich zumindest anhören. https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/bildungspolitik-bundesschuelerkonferenz-100.html
Schlechte Noten, schiefe Blicke – Rassismus im Schulalltag
Offener Rassismus ist in Deutschland für viele Menschen alltäglich. So zählt der von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes unterstütze Afrozensus 2020 unzählige Beispiele für rassistische Beleidigungen, Übergriffe und Gewalttaten auf. Enthalten sind auch zahlreiche Daten zu Rassismus in Schulen: 67% der Befragten geben an, aufgrund rassistischer Zuschreibungen schlechter bewertet worden zu sein. Mehr als die Hälfte der Befragten sagt, ihnen wurde abgeraten, einen höheren Bildungsweg anzustreben. Auch rassistische Gewalt und Beleidigungen gehören für viele Betroffene zum Schulalltag. Allerdings erhebt der Afrozensus keinen Anspruch, repräsentativ zu sein. Trotzdem zeigen die Umfragen darin, dass vor allem niederschwelliger Rassismus an Schulen in Deutschland Alltag ist. In der RESPEKT-Reportage trifft Moderator Rainer Maria Jilg Menschen, die Rassismus erlebt haben und erleben und sich dagegen wehren wollen, zum Beispiel den TikToker Karim Jamal. Er hat in seiner Schulzeit immer wieder Erfahrungen mit Diskriminierung machen müssen. In kurzen Videos macht er sich heute einerseits lustig über Lehrkräfte, die Kinder und Jugendliche wegen ihres Namens vermeintlich witzig diskriminieren. Andererseits zeigen seine Kurzvideos aber auch schonungslos den bitteren Ernst. Egal, ob aus Unwissenheit oder Unbedachtsamkeit diskriminiert wird und auch wenn es vielleicht nicht böswillig gemeint ist – die Wirkung auf die betroffenen Kinder und Jugendlichen ist desaströs. Gleiches erzählt Sandrine Kunis. Sie ging auf eine französische Privatschule. Dort hat sie zwar kaum Erfahrungen mit rassistischer Diskriminierung machen müssen. Heute aber berät sie Opfer rassistischer Diskriminierung und hat auch durch ihren Beruf Einblick in den Alltag nicht-deutsch gelesener Schülerinnen und Schüler. Die Folgen der täglichen Diskriminierung sind nicht nur weniger Erfolg in der Schule und damit deutlich weniger Chancen im weiteren Berufsleben, sondern auch viele psychische Probleme. Im Gespräch mit dem Diskriminierungsforscher Prof. Karim Fereidooni erfährt Moderator Rainer Maria Jilg abschließend, dass zudem rassistische Darstellungen in Schulbüchern immer noch ein Problem sind. © Bayerischer Rundfunk 2022 Mehr Informationen unter: www.br.de/respekt
Wie Schulen mit den Corona-Folgen kämpfen
Stand: 28.07.2023 15:53 Uhr In Deutschland sind Sommerferien. Das Schuljahr ist vorbei. Und trotz vieler Bemühungen: Die Lernlücken nach der Pandemie sind weiterhin deutlich sichtbar. Wie Schüler und Fachleute die Lage bewerten. Von Juri Sonnenholzner, SWR Einige Monate nach dem Ausklingen der Corona-Pandemie berichten Betroffene immer noch von Nachwirkungen im Schulbetrieb: Lernrückstände seien enorm; viele Kinder und Jugendliche zeigten noch immer psychische Belastungen. Wäre “Aufholen des Corona-Rückstands” ein Schulfach, wie würden Schülerinnen und Schüler, Fachleute und Gewerkschaften die deutschen Schulen darin benoten? Schwierige Umstellung auf Präsenzunterricht “2 – 3” – also gut bis befriedigend – vergibt Felicia. Sie ist 16 Jahre alt und besucht ein Gymnasium in Mainz. “Mir lag der Online-Unterricht während Corona sehr, weil ich mir alles selbst einteilen konnte. Schwierig war dann die schnelle Umstellung von Online-Schule zurück auf ‘normale Schule’ – wieder darin zu funktionieren.” Mit der Rückkehr zum regulären Schulunterricht mussten alle wieder nach dem gleichen Schema lernen. “Manche Lehrer versuchten, einfach da weiterzumachen, wo sie vorher aufgehört hatten, ohne auf die Zeit dazwischen einzugehen. Sie machten gleich von null auf hundert, deswegen gab es auch Auseinandersetzungen”, erzählt Felicia und lobt Lehrer, die behutsam vorgingen: “Ihnen konnte man auch sagen, dass man dies und jenes zu Hause nicht so richtig lernen konnte.” Mehr Pandemie-Probleme als bei ihr sieht die Gymnasiastin bei jüngeren Schülern in der fünften bis siebten Klasse: “Wegen Corona haben sie das selbstständige Lernen und auch das Klassengefüge nicht erlernen können. Mit anderen zusammen zu sein, mit anderen zusammen zu lernen: Das sind sie immer noch nicht gewohnt, erzählen uns die Lehrer.” Bundesschülerkonferenz: Lernrückstände bei vielen enorm “3 minus” – befriedigend mit Abzug – gibt die Bundesschülerkonferenz und unterstreicht damit Felicias Schilderungen: “Die Lernrückstände bei vielen Lernenden sind enorm, sichtbar an merklichen Leistungsabfällen, und der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die unter psychischen Belastungen leiden, ist drastisch angestiegen”, fasst Federico Ciullo, Sprecher der Bundesschülerkonferenz, Berichte von Lehrkräften und Lernenden zusammen. “Bis jetzt gibt es auch keinen Hinweis auf eine Tendenz zur Normalität, denn es fehlt bundesweit an Lehrkräften und Schulpsychologie, um individuell auf solche Probleme zu reagieren.” Ciullo lobt zwar das Programm “Aufholen nach Corona” des Bundesjugendministeriums, das insgesamt zwei Milliarden Euro zur Verfügung gestellt hat. Dennoch bestehe weiterhin ein Mangel an Ressourcen und Unterstützung für Lehrkräfte und Schulen: “Eine nachhaltige Förderung und individuelle Unterstützung sind essentiell, um die Lernrückstände wirklich aufholen zu können.” Außerdem seien immer noch nicht alle Schulen ausreichend mit digitaler Infrastruktur ausgestattet, was zu weiteren Benachteiligungen führe, wenn nicht alle Lernenden gleichermaßen Zugang zu digitalen Lernmöglichkeiten haben. “Dass der Digitalpakt Schule ausläuft, bereitet uns zusätzlich Sorgen.” Kinderschutzbund: Kein grundsätzliches Umsteuern “4” – ausreichend – vergibt der Kinderschutzbund: “Die Schwierigkeiten des Bildungssystems sind nach wie vor eklatant: zu wenige Lehrerinnen und Lehrer, schlechte Infrastruktur, zu wenig qualitativer Ganztag”, fasst der Geschäftsführer Daniel Grein die Begründung seiner Benotung zusammen. Dass während der Pandemie ein Fokus auf die Bedeutung von Bildung in der Pandemie und die Belastung der Schülerschaft gerichtet wurde, habe zu keinem grundsätzlichen Umsteuern geführt: “Nicht mal im Thema Digitalisierung von Schule, was in der Pandemie ein großes Thema war, wurden die Potentiale wirklich nachhaltig gehoben.” Kinder, die vorher schon leicht abgehängt wurden, litten am meisten unter der Pandemie und werden das auch weiterhin tun, wie Grein befürchtet: “Das Programm ‘Aufholen nach Corona’ mag in Einzelfällen unterstützt haben, aber die nötige Veränderung zu einem krisensicheren oder chancengerechten System hat es nicht gebracht.” Ähnlich klingt Doris Lewalter. Sie ist die deutsche Projektleiterin der PISA-Studien und verweist auf aktuelle Studien, wonach pandemiebedingte Leistungseinbußen auch ein Jahr nach Öffnung der Schulen immer noch bestanden. “Hier gehen wir davon aus, dass ein Teil dieser Entwicklung auf die Corona-Pandemie zurückzuführen ist. Das heißt: In puncto Aufholen gibt es durchaus noch einiges zu tun. Insbesondere bei den eher leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern.” DGKJP: Psychische Folgen dauern Jahre an “4 – 5” – ausreichend bis mangelhaft – und nicht schmeichelhaft: die Note der wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP). Sie begründet das mit Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für den ambulanten Sektor: Demnach nahmen phobische Störungen mit der Pandemie um 13,5 Prozent zu, Angststörungen um mehr als 10 Prozent. “Es gibt, wenn auch regional unterschiedlich – einen Mehrbedarf an Therapieplätzen für Kinder und Jugendliche, die im Gefolge der Pandemie psychische Störungen entwickelt haben”, konstatiert Renate Schepker, fachpolitische Geschäftsführerin der DGKJP. “Diese psychischen ‘Hintertreffen’ werden noch lange brauchen, um ausgeglichen zu sein. Auswirkungen psychischer Natur werden mindestens noch über drei bis vier Jahre bestehen”, erwartet Schepker. “Das System ist nicht besser geworden als vor der Pandemie.” Therapeutin: “Erfolg ist personen- und institutionsabhängig” “3 – 4” – befriedigend bis ausreichend – schreibt Belinda Fuchs der Schulpolitik ins Zeugnis. “Wobei das eine sehr pauschalierte Einschätzung ist: In der Realität bewegen sich die unterschiedlichen Schulen und Schulformen im Spektrum von 1 bis 6.” Fuchs ist therapeutische Direktorin am Sprachheilzentrum des Gesundheitszentrums Glantal. Hier werden Kinder mit Entwicklungsstörungen behandelt. “Die Nachfrage nach Behandlungsplätzen scheint zu steigen”, erklärt Fuchs. Durch die Lockdowns und die unterschiedlichen Unterrichtssysteme mit Hybridunterricht oder Wechselunterricht habe sich oftmals die soziale Isolation verstärkt. Psychische Begleitsymptomatiken wie depressive Verstimmungen, Sozialangst oder selbstverletzendes Verhalten treten laut Fuchs gehäuft auf. “Zum anderen lernen wir Mädchen und Jungen kennen, die aufgrund der Schließungen von Kita und Schule nicht die Möglichkeit hatten, in sozialen Kontakten die notwendige Kommunikationskompetenz zu erwerben.” Die schulische Teilhabe könne dadurch gefährdet werden. Die Lücken durch die Lockdown-Phasen seien nicht immer zufriedenstellen abgebaut worden. “Leider ist der Erfolg und Nicht-Erfolg personen- und institutionsabhängig. Es gibt sehr engagierte Pädagoginnen und Pädagogen als auch Schulteams, die hervorragende Arbeit machen und versuchen, die Lücken adäquat aufzuarbeiten. In der Gesamtheit des Bildungssystems wirken die Maßnahmen aber wenig strukturiert und verlässlich in der Breite”, schildert Fuchs. GEW: Zu wenig Maßnahmen gegen Folgen “Eine gut gemeinte 4” lautet die Note des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE). Und die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) urteilt im Bundesdurchschnitt ähnlich, sieht aber je nach Bundesland von 2 bis 6 alle Noten vertreten: “Da, wo die Länder die Gelder direkt in die Stärkung von Schulen eingesetzt haben, ist es sicherlich gut, zumindest
Bundesschülerkonferenz hat neues Bundessekretariat
Bundesschülerkonferenz (BSK) – Turnusmäßige Wahl und Neubesetzung des Bundessekretariats: Wiebke Maibaum (Generalsekretärin), Till Friese (Finanzen), Nedjmije Bajrami (Inneres), Federico Ciullo (Presse und Öffentlichkeitsarbeit) Die Bundesschülerkonferenz (BSK), als ständige Konferenz der Landesschüler*innenvertretungen, hat ein neues Bundessekretariat gewählt: Im Rahmen der Plenartagung der BSK Ende November haben die Delegierten der 13 Mitgliedsländer das BSKBundessekretariat in die neue Legislaturperiode 2022/2023 entsendet. Neues Bundessekretariat bedankt sich für wertvolles ehrenamtliches Engagement der Vorgänger*innen Wiebke Maibaum ist die neue Generalsekretärin und löst somit Oliver Sachsze im Amt ab. Die Fachkoordination der einzelnen Referate haben Till Friese (Finanzen), Nedjmije Bajrami (Inneres) und Federico Ciullo (Presse und Öffentlichkeitsarbeit) übernommen. Das neue Bundessekretariat bedankte sich bei den bisherigen Amtsinhaber*innen für das wertvolle ehrenamtliche Engagement und vor allem für die Schüler*innenvertretung auf Bundesebene. Sie wünschen ihnen alles Gute nach ihren erfolgreichen Schulabschlüssen.Die frisch gewählten Mitglieder des Bundessekretariats haben ihre Arbeit für die Legislaturperiode 2022/2023 unverzüglich nach ihrer Wahl aufgenommen. „Mir ist es besonders wichtig, dass die Bundesschülerkonferenz ihr volles Potenzial nutzt, um das Beste für die Schüler*innenschaft zu erreichen“, sagt Wiebke Maibaum, ehrenamtliche Generalsekretärin der BSK. „Schule vermittelt mehr als nur die bekannten Fächer, Schule ist die Vorklasse fürs Leben. Deswegen braucht es eine starke Bildungspolitik, denn ohne gute Lernbedingungen sind die Kinder von heute nicht bereit für das Leben von morgen“, bekräftigt Federico Ciullo, ehrenamtlicher Fachkoordinator für Presse und Öffentlichkeitsarbeit. Bundesweites Bildungsengagement weiter stärken Die Stiftung Bildung begrüßt die vielfältige und paritätische Besetzung innerhalb des neuen Bundessekretariats der BSK. Als Trägerin des dazugehörigen Organisationsbüros ist es ihr ein großes Anliegen, das bundesweite Bildungsengagement im Rahmen ihrer Arbeit zu stärken und Kinder und Jugendliche zu befähigen, für sich selbst einzutreten. Deshalb wird sich die Stiftung Bildung gemeinsam mit der BSK weiterhin für eine Fortführung deren Bundesförderung einsetzen, ebenso wie für die Förderungen der vier weiteren Bundesbildungsengagementstrukturen Bundeselternrat (BER), Bundeselternvertretung der Kinder in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege (BEVKi), Bundesverband der Kita- und Schulfördervereine (BSFV) und Stiftung Bildung mit der Gesamtfördersumme im Bundeshaushalt von 5 Millionen Euro. Hintergrund Die Bundesschülerkonferenz wurde 2004 als ständige Konferenz der Landesschüler*innenvertretungen in der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Sie behandelt Angelegenheiten der Bildungspolitik von überregionaler Bedeutung mit dem Ziel einer gemeinsamen Meinungs- und Willensbildung sowie der Vertretung gemeinsamer Anliegen. Die BSK ist überparteilich und überkonfessionell. Sie sorgt für die gegenseitige Unterrichtung und den Erfahrungsaustausch zwischen ihren Mitgliedsländern und tritt fördernd für die Mitbestimmung der Schüler*innen Deutschlands im Schulwesen ein. Sie hält enge Kontakte zu den zuständigen Behörden, Institutionen und Verbänden. Da die BSK ohne eigene Rechtsform keine Fördermittel selbst verarbeiten kann, braucht sie eine Trägerin und die Landesschüler*innenvertrungen haben sich einstimmig für die spendenfinanzierte Stiftung Bildung als Trägerin entschieden. Bei ihr in Berlin ist das neue BSK-Organisationsbüro angesiedelt und für Fragen sowie Organisatorisches erreichbar, damit sich die Schüler*innen ganz auf ihre inhaltlichen Aufgaben konzentrieren können. Pressekontakt: Britta Ridderskampbskbuero@stiftungbildung.orgTel.: 030 57701 0778
Landkreis Landsberg ehrt die besten Absolventen der Mittelschulen
Diese 15 dürfen sich als die besten der Mittelschulen im Landkreis bezeichnen. Geehrt wurden sie von Landrätin Margit Horner-Spindler, VR Bank-Vorstand Martin Egger und Rektor Christian Geus (von links): Sebastian Kemple, Mark Leite, Federico Ciullo und Fabian Sailer (kniend von links) sowie (mittlere Reihe, von links) Laetizia Eckel, Sophia Schwalb, Gabriella Kovacs, Lukas Gilch, Lina Dittel, Luna Piehlmaier und Emily Wiesenbauer sowie (hinten von links) Felix Gerke, Jeremy Beer, Eduard Reider (1,0) und Thomas Stadler. © Schmelzle Landkreis – Ob Qualifizierender Mittelschulabschluss, Mittlerer Schulabschluss und Praxisklasse, ob Landsberg, Dießen, Weil, Kaufering oder Fuchstal: Die Absolventinnen und Absolventen aller Mittelschulen im Landkreis werden in einen neuen Lebensabschnitt entlassen. Die 15 besten von ihnen wurden am Mittwoch im Landratsamt feierlich mit einer Ehrung bedacht. „Der Anfang war schon sehr appetitanregend“, begrüßte Christian Geus, Rektor der Grund- und Mittelschule Weil – stellvertretend Schulamtsdirektor Steffen Heußner – die anwesenden Gäste. Und meinte die einführende musikalische Einlage der Schulband der Carl-Orff-Mittelschule Dießen, die weiterhin das Programm begleitete. Es sei schließlich ein Anlass, der gebührend gefeiert werden müsse, fuhr Geus fort. Ein wichtiges Etappenziel sei erreicht. „Ihr habt nicht nur erfolgreich, sondern ganz hervorragend abgeschlossen.“ Nicht nur Fachwissen habe ihnen die Schule mitgegeben, nicht nur Prozentrechnen, naturwissenschaftliche Erkenntnisse oder berufsvorbereitende Erfahrungen, es sei viel mehr: etwa den Horizont zu erweitern, mal die Perspektive zu wechseln, andere Erfahrungen zu verstehen. Anhand von Partner- oder Gruppenarbeit hätten die Lehrkräfte versucht, genau das zu vermitteln. „Genau das braucht Ihr auf Eurem beruflichen Weg“, so Geus. Nicht nur der Einzelne zähle, sondern die Mehrstimmigkeit. Denn auch wenn es hin und wieder Misserfolge gebe, dürfe man nicht daran verzweifeln. „Sucht Euch Freunde und Begleiter, die gemeinsam mit Euch Euren Lebensweg bestreiten“, forderte er auf. „Freunde sind wie Laternen auf einem dunklen Weg – sie machen ihn nicht kürzer, aber heller“, war die Botschaft, die der Beamer an die Wand geworfen hatte. Ein „Riesenlob“ an alle Schüler sprach Landkreisschülersprecher Federico Ciullo aus. Seit drei Jahren sei man in einer Pandemie, Depressionen und Stress prägen den Alltag. Ein großer Druck, dem alle ausgesetzt waren. Zum Teil komme der durch eigene Ansprüche an sich selbst, auch werde er aber durch die Gesellschaft ausgeübt: „Macht Hausaufgaben, schaut in Eure Hefteinträge – manchmal gibt es doch aber Wichtigeres in unseren Köpfen.“ Trotzdem „sitzen wir hier mit einem Top-Abschluss in der Hand“. Auch diejenigen, die nicht als Beste geehrt würden und sich vielleicht für die ein oder andere schlechte Note rechtfertigen müssten, dürften stolz sein. „Wege entstehen am Ende immer dadurch, dass wir sie gehen“, sagte Ciullo. „Also macht Euch auf – und Ihr werdet an einem sicheren Hafen landen. Ein guter Schulabschluss sei ein Etappensieg auf dem Lebensweg, meinte stellvertretende Landrätin Margit Horner-Spindler. Viel Mühe und Qual sei dabei gewesen – aber letztendlich habe es sich gelohnt. Ein großer Lebensabschnitt gehe nun zu Ende – aber das Leben selbst, das gehe jetzt erst richtig los, mit all seinen Höhen und Tiefen. Das Rüstzeug, um dafür gewappnet zu sein, habe die Schule mit auf den Weg gegeben. Geduld, Mut und Lernen gehörten dazu. Nun heiße es auch lernen, mit vielleicht mal schlechten Erfahrungen umzugehen. „Taucht hinein in Euch, schaut nach, was in Euch steckt. Jeder werde da etwas finden. „Ihr selber habt in der Hand, was Ihr daraus macht.“ Handwerker, Handel und Industrie würden schon warten – überall sei schließlich die Rede vom Fachkräftemangel. Ein Dank gelte auch den Eltern, die stets angespornt, mitgezittert, getröstet hätten, ebenso wie der ganzen Schulfamilie für deren Herzblut und Engagement. Wenn er sich Landsberg so anschaue, falle ihm auf: Es wird an allen Ecken gebaut, begann Martin Egger, Vorstand der VR-Bank Landsberg-Ammersee. „Momentan bauen auch Sie – an Ihrer Zukunft“, richtete er seine Worte an die Schüler. Schon in der Grundschule habe man mit dem Bauvorhaben begonnen. Der Schulabschluss sei nun der Tiefbau – und der Keller fertig. „Jetzt können Sie sich überlegen, wie Sie weiterwohnen“. Im Keller sei es dunkel und kalt, vielleicht daher besser, die Wände höherziehen – sogar auf mehrere Stockwerke? „Schaffen Sie Räume für Ihren nächsten Abschluss, für ein gutes Studium, für Ihren Beruf“, schlug Egger vor. Jeder solle aber auch daran denken, genug Zimmer für das private Leben einzuplanen. Mit dem Schulabschluss sei das Fundament errichtet worden, auf dem das Lebenshaus nun gebaut werden könne.“ https://www.merkur.de/lokales/landsberg-kreisbote/ehre-fuer-die-15-besten-absolventen-der-mittelschulen-im-landkreis-landsberg-91680529.html